Stiftung Casa Immanuel - erfüllt Beziehung leben.

Mal ehrlich, wie geht es dir, Esther?

Esther Reist beendet ihre Teilzeit-Anstellung in der Casa Immanuel per ende April 2026. Wie sie im Interview erzählt, war sie über mehrere Jahre hinweg mit der Casa verbunden,  zunächst als Ratsuchende, später als Mitarbeiterin. Auch nach ihrer Rückkehr nach Zürich blieb sie die vergangenen zwei Jahre in einem kleinen Pensum tätig. In dieser Zeit gründete sie eine Familie und entdeckte nun eine berufliche Aufgabe in ihrer näheren Umgebung. Ab Mai wird sie in einer reformierten Kirche im Raum Zürich tätig sein.

 

Mal ehrlich, wie geht es dir, Esther?

Im Grossen und Ganzen geht es mir gut. Nach Jahren des Pendelns und verschiedenen Wohnsitzen kommen wir immer mehr an hier in Zürich, im Familienleben, in unserem neuen Umfeld. Auch die berufliche Veränderung, die vor der Tür steht, sehe ich als Bestätigung für den Weg, den wir in der aktuellen Lebensphase eingeschlagen haben. Gott hat mir und uns so viele Türen geöffnet und immer wieder seine Gunst geschenkt. Ich staune, wie er auf uns eingeht und uns einlädt, weiterzugehen und unser Gebiet zu erweitern. Das schenkt mir immer wieder Ermutigung und Hoffnung.

Du hast in dieser Zeit eine Familie gegründet: Wie geht es dir damit?

Die Herausforderungen, die der Familienalltag und das Leben an sich mit sich bringen, spiegeln mir immer wieder, wo ich stehe und wo ich mir noch Veränderung wünsche, machen mich aber auch dankbar für alles, was ich bisher in mich investieren konnte. Ich weiss nicht, wo ich heute stehen würde, wenn sich nicht schon so vieles hätte verändern dürften. Daher sehe ich den gegangenen Weg als Privileg – auch wenn dieser alles andere als ein Sonntagsspaziergang war (und für den Rest dieses Lebens auch nicht abgeschlossen sein wird). Ich bin dankbar dafür, dass ich alten Mustern und Prägungen nicht mehr einfach ausgeliefert bin, sondern mit dem Versöhnungsweg ein Tool kennengelernt habe, einen konstruktiven Weg damit zu finden. Dass mir dies noch öfter und umfassender gelingt, ist mein Wunsch und gleichzeitig meine Motivation, dranzubleiben.

Was hat dich in die Casa gebracht und was waren deine Stationen?

Seit 15 Jahren bin ich nun mit der Casa Immanuel unterwegs. In den ersten paar Jahren ging ich in einer losen Regelmässigkeit als Ratsuchende ein und aus. Im Jahr 2020 erhielt ich das grosse Privileg, das Resilienzjahr zu absolvieren. Dies war eines der grössten Highlights meiner "Casa-Laufbahn“ und ein wichtiger Meilenstein in meinem Leben. Meine Einsatzbereiche reichten von Küche über Büro zum Empfang. Zudem durfte ich in verschiedene Bereiche und Gefässe reinschnuppern und dabei Leidenschaften entdecken oder konkretisieren. Noch nicht alle davon sind zur Entfaltung gekommen – aber das darf noch werden.

Dies war eines der grössten Highlights meiner "Casa-Laufbahn“ und ein wichtiger Meilenstein in meinem Leben.

Zudem durfte ich ein Software-Projekt mitprägen, in dem es um Kernprozessadministration und Betriebsplanung ging. Dieses brachte viele Herausforderungen, aber auch viel Abwechslung und spannende Tätigkeiten und Erfahrungen mit sich

Was sticht für dich besonders heraus aus dieser Zeit?

Das Setting des Resilienzjahrs war unglaublich wertvoll und gewinnbringend: In einem begleiteten, ermutigenden, herausfordernden Rahmen in mich selber investieren dürfen, aber dabei nicht in der Vergangenheitsbewältigung hocken bleiben, sondern den Blick immer wieder nach vorne richten: Was habe ich zu geben? Was möchte ich investieren, wie kann ich eine Wirkung haben, und wie kann ich in dem gesund bleiben? Diese Fragen begleiten mich weiterhin.

Ebenfalls in dieser Zeit durfte ich zwölf Bibelkurs-Module besuchen (die es so aktuell leider nicht mehr gibt) – ein weiteres grosses Highlight. Sie haben mich und meine Gottesbeziehung nachhaltig geprägt und ich bin von Herzen dankbar, diese Schätze und Wahrheiten entdeckt zu haben. Ich wünsche mir, dass diese noch mehr sicht- und spürbare Realität werden in meinem Leben.

Was war eine konkrete Frucht dieser Zeit?

Aus dem Resilienzjahr ergab sich eine Anstellung in der Casa Immanuel, in der ich das Thema «Arbeit» in einem neuen, positiveren Licht entdecken durfte. Die Vielfalt meiner Tätigkeiten hat mir sehr entsprochen: Empfang, Software-Projekt, Geschäftsleitungsassistenz und später Co-Leitung des Resilienzjahrs. Im Jahr 2023 habe ich meinen Schwerpunkt wieder nach Zürich verlagert und wir haben eine Familie gegründet. Nach dem Mutterschaftsurlaub durfte ich weiterhin niederprozentig im Software-Projekt mitwirken, was ich von zuhause aus tun konnte. Es war ein Geschenk, so mit einem Fuss im Arbeitsleben und und mit der Casa verbunden zu bleiben. Ende April endet meine Anstellung und ab Mai engagiere ich mich beruflich in einer reformierten Kirche in unserer Nachbarschaft. Ich freue mich über diesen Schritt, mit dem wir uns noch mehr lokal verwurzeln.

Was möchtest du sonst noch sagen?

Von Herzen danke ich all den Menschen, die sich über die Jahre hinweg in mich investiert haben und dazu beigetragen habe, dass ich mit beiden Beinen im Leben stehen darf. (Und die auch nicht die Augen verdrehen, wenn die Beine wieder einmal ins Wanken geraten.) Danke, dass ihr mir vorgelebt habt, dass echte, nachhaltige Veränderung möglich ist.

Ich freue mich, mit der Casa und ihrem Herzschlag in Verbindung zu bleiben und bin gespannt, was daraus noch entstehen wird.

Liebe Grüsse, Esther