
Mal ehrlich, wie geht es dir Monika?
Monika lebt mit ihrem Mann in Wädenswil und ist Mutter von vier erwachsenen Kindern. Als ihre Kinder noch klein waren, widmete sie sich mit grosser Leidenschaft ihrer Rolle als Mutter. Heute ist sie pensioniert, arbeitet weiterhin Teilzeit in ihrem Beruf und unterstützt die Casa Immanuel regelmässig als ehrenamtliche Mitarbeiterin.
Was motiviert dich zu deinem ehrenamtlichen Engagement?
Ich liebe es, meine Lebenserfahrung einzubringen und andere Menschen zu unterstützen. Bewegung gehört genauso zu meinem Leben wie Begegnungen mit Menschen. Ob beim Wandern, Joggen oder in einem guten Gespräch – ich geniesse den Austausch und die gemeinsame Zeit.
Deshalb arbeite ich gerne ehrenamtlich in der Casa Immanuel mit. Hier kann ich das einbringen, was mir Freude macht und was meinen Begabungen entspricht. Es passt einfach! Ich spüre, dass mein Einsatz geschätzt wird und Sinn macht. Mit viel Herzblut trage ich dazu bei, dass die Vision der Casa Immanuel Wirklichkeit wird: Menschen darin zu unterstützen, ihre wahre Identität zu entdecken.
Welche Aufgaben übernimmst du bei deinen Einsätzen?
Etwa einmal im Monat bin ich für zwei bis drei Tage hier im Haus und werde jeweils einem Team zugeteilt. Meistens unterstütze ich das Küchenteam, gelegentlich helfe ich auch in der Hauswirtschaft mit.
Besonders schön finde ich, dass ich willkommen bin, von jedem Mitarbeiter werde ich herzlich begrüsst, so spüre ich, dass man sich freut, wenn ich in die Casa komme. Ich kann und darf meine Fähigkeiten dort einsetzen, wo gerade Unterstützung gebraucht wird – und genau das erfüllt mich.
Was ist bei dir im Moment dran?
Etwas, das mich schon lange begleitet und motiviert, ist die Freude an persönlicher Weiterentwicklung. Deshalb absolviere ich derzeit eine Ausbildung in systemischer Aufstellungsarbeit. Das ist eine therapeutische und beratende Methode, die Beziehungs- und Lebensmuster sichtbar macht und neue Perspektiven eröffnet.
Mir ist bewusst geworden, dass diese Ausbildung nicht nur mir persönlich hilft, eigene Themen aufzuarbeiten und besser zu verstehen. Sie eröffnet mir auch die Möglichkeit, andere Menschen auf ihrem Weg zu begleiten und etwas Bleibendes in ihrem Leben zu bewirken.
Du hast vorletztes Jahr das achtwöchige Resilienztraining besucht. Was hat diese Zeit bei dir bewegt?
Das war für mich eine besondere Erfahrung. Acht Wochen lang aus dem gewohnten Alltag auszusteigen, und mich bewusst auf meinen eigenen Prozess einzulassen, hat mir gutgetan.
Ich habe mir eine Zeit gegönnt, in der ich nicht funktionieren oder Erwartungen erfüllen musste! Ich durfte einfach sein und mich mit den Fragen beschäftigen, die mir in meinem Leben wichtig sind. Rückblickend sehe ich auch einen Zusammenhang zu meiner heutigen Weiterbildung. Vieles von dem, was damals angestossen wurde, entwickelt sich nun weiter.
Besonders wertvoll war die Erkenntnis, dass das, was ich geben kann, viel darüber aussagt, wer ich bin. Es geht weniger darum zu fragen, was andere von mir erwarten, sondern vielmehr darum, meine eigenen Stärken und meine Identität zu entdecken und aus dieser Ressource zu leben und weiterzugeben. Dieser Weg begleitet mich schon länger: Wer bin ich wirklich? Was macht mich aus?
Dabei spielt mein Glaube eine zentrale Rolle. Es ist mir wichtig und ich versuche, Situationen und Menschen in meinem Leben aus Gottes Perspektive zu begegnen. Mich beschäftigt die Frage, was wurde wirklich von Gott in mein Leben hineingelegt und was hat sich im Lauf der Jahre einfach angesammelt. Womit darf ich mich versöhnen? Was darf ich loslassen? Und was gehört zu meiner eigentlichen Identität?
Du hast gerade zwei Tage in der Küche mitgearbeitet. Wie geht es dir jetzt?
Mir geht es sehr gut. Ich habe die vergangenen Tage als bereichernd und angenehm erlebt. Inzwischen habe ich in vielen Abläufen eine gewisse Routine entwickelt, die es mir ermöglicht, Aufgaben selbstständig und verantwortungsvoll zu übernehmen. Dazu gehört beispielsweise, früh am Morgen das Frühstück für alle Gäste vorzubereiten. In diesen ruhigen Stunden genieße ich die angenehme Stille im Haus und den Tag auf diese Weise zu beginnen und mich ganz auf meine Aufgaben zu konzentrieren.
Besonders freut mich, dass ich als Teil des Teams etwas zur Casa Immanuel beitragen konnte. Gleichzeitig nehme ich selbst viel mit nach Hause.
Ich fahre heute reich gefüllt in meinem Herzen wieder nach Hause.