Stiftung Casa Immanuel - erfüllt Beziehung leben.

Mal ehrlich, wie geht es dir, Sabrina?

Nachdem Sabrina Leuenberger im vergangenen Jahr das Resilienzjahr bei uns absolviert hat, ist sie seit diesem Frühjahr festes Mitglied unseres Teams. Mit ihrer offenen Art und ihrer wertvollen Erfahrung bringt sie frischen Wind in unseren Arbeitsalltag. Was sie aus dem Resilienzjahr mitgenommen hat – und wie sie ihre Begeisterung und ihre Fähigkeiten heute bei uns einbringt –, erzählt sie in diesem Interview.

Es geht mir sehr gut. Es tut richtig gut, das sagen zu können, denn die letzten Jahre ist mir dieses gute Gefühl vor allem beruflich etwas verlorengegangen. Aber jetzt darf ich sagen: Es geht mir nicht nur beruflich, sondern auch persönlich sehr gut. Natürlich ist nicht jeder Tag ein Feuerwerk (Juhuu), aber das Grundgefühl… das fühlt sich gut an.

 

Ein Blick zurück – dein Resilienzjahr liegt hinter dir. Was nimmst du mit?

Ein Wunsch, der in dieser Zeit gewachsen ist, ist eine tiefere Selbstverständlichkeit in meiner Beziehung zu Jesus. Ich spreche mehr mit ihm, beziehe ihn bewusst in meine Entscheidungen ein. Nicht im Sinne von: «Er wird’s schon richten», sondern eher: Was wünsche ich mir? Und dann treffe ich Entscheidungen gemeinsam mit ihm – im Dialog, nicht im Rückzug.

War das neu für dich?

Ja, auf eine Weise schon. Ich lebte lange nach dem Motto: «Jesus hat einen Plan – er hat alles im Griff.» Und das stimmt ja auch. Aber ich habe dabei oft meine eigene Verantwortung abgegeben. Ich dachte: Wenn er es gut meint, dann wird schon alles richtig laufen. Heute weiss ich… ich darf mitgestalten, mitentscheiden – in Verantwortung und Vertrauen.

Seit Frühling arbeitest du nun in der Casa Immanuel – was machst du da?

Ich habe die Leitung der Gästeadministration und des Fundraisings übernommen. Ausserdem bin ich in der Kursadministration tätig und darf im Resilienzjahr mitwirken – dort begleite ich Teilnehmende ganz persönlich, im kleinen Rahmen. Das gefällt mir.

Du bist in vielen Bereichen tätig – was sind deine Stärken, was liegt dir besonders?

Das Organisatorische war schon immer meins. Ich liebe es, wenn viele Dinge gleichzeitig laufen, wenn ich mitdenken und das Ganze im Überblick behalten kann. Aber ich lerne auch: Ich muss nicht alles im Griff haben. Verantwortung übernehmen heisst nicht, alles allein zu tragen. Ich darf loslassen, abgeben und vertrauen, dass jemand anderes im Team dann übernimmt, wenn ich es nicht kann. Es ist eine wunderbare Mischung aus dem, was ich mitbringe, dem, was ich im Resilienzjahr neu entdecken durfte, und dem, wo ich weiter dranbleibe und mich entwickeln will.

Flexibilität scheint gefragt zu sein – wie gehst du mit ständigen Veränderungen um?

Ich kenne das aus früheren Jobs in grossen Unternehmen – ständige Wechsel, neue Anforderungen. Und auch hier, im kleineren Rahmen, ist das nicht anders. Aber es ist okay. Ich sehe, wie unsere Leitung das vorlebt, und das gibt mir Sicherheit. Ich glaube, ich habe ein gutes Gespür für viele Dinge gleichzeitig – aber ich lerne auch, meine Grenzen zu spüren, Pausen einzulegen und um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist.

Was macht dir am meisten Freude an deiner Arbeit?

Sicher der Kontakt mit den Gästen. Ich liebe es, am Empfang zu sein, die Drehscheibe zu sein, wo alles zusammenläuft. Und weil ich in so vielen Bereichen mitarbeite, bekomme ich zudem viel mit – sei es im Kurswesen oder im Fundraising, das wir gerade neu aufbauen. Dort kann ich meine Ideen einbringen, ausprobieren und gestalten.

Du trägst Verantwortung – besonders im Fundraising. Wie geht es dir damit?

Es tut mir gut, Verantwortung zu tragen. Wenn ich weiss, dass ich wirklich zuständig bin, dann stehe ich ganz anders da. Früher hätte ich mich vielleicht zurückgehalten mit meinen Ideen. Heute weiss ich: Ich darf mit meinen Fähigkeiten hinstehen – nicht allein, sondern im Team. Ich muss nicht alles können, aber ich darf meinen Teil beitragen. Und das fühlt sich sehr gut an.

Liebe Sabrina, wir freuen uns sehr, dass du geblieben bist – und sind gespannt auf alles, was wir gemeinsam noch gestalten werden!

Das Interview führte Philipp Schwegler.