Stiftung Casa Immanuel - erfüllt Beziehung leben.

Neuer Wind und ein Generationenwechsel

Als ich die Themen für diesen Newsletter gesammelt habe, ist mir bewusst geworden, wie viel sich im letzten Jahr bewegt hat. Eine lange Liste voller Veränderungen, Wachstum und neuem Aufbruch.

Dieser frische Wind ist im ganzen Team spürbar – und er hat auch viel mit dem laufenden Generationenwechsel zu tun, der uns als Casa Immanuel prägt. Jüngere Mitarbeitende übernehmen Verantwortung und gestalten mutig mit, während die ältere Generation loslässt, vertraut und den Übergang mit Wohlwollen trägt. Diese Kultur der Weitergabe ist ein grosser Schatz für uns.

Mit Nino und Bettina durften wir zwei erfahrene Menschenbegleiter im Team willkommen heissen. Gemeinsam haben sie die Leitung von Timeout und Tagesstruktur übernommen. Bettina bringt zudem ihre umfassende Erfahrung aus der Erlebnis- und Sozialpädagogik sowie in der Erwachsenenbildung aktiv mit ins Kurswesen ein.

Gerade unser Timeoutangebot ist ein Herzstück der Casa. Im letzten Jahr durften wir mehr Timeoutgäste begleiten als zuvor. Viele haben uns zurückgemeldet, wie entscheidend es war, dass wir genau im Moment der Krise Platz hatten. Viele konnten sich nicht vorstellen, wochen- oder monatelang auf einen Therapieplatz zu warten.

Besonders freut uns, dass wir die Timeoutgäste heute noch ganzheitlicher auf ihrem Weg unterstützen können: Neben der persönlichen Lebensberatung setzen wir gezielt kreativ- und körperorientierte Angebote ein. Natur, Bewegung, Körper/Atmung/Stimme, Kreativität und Gemeinschaft werden immer bewusster in die Prozesse eingebunden und unterstützen die persönliche Entwicklung. Mehr dazu im Bericht der beiden.

Gute Erfahrungen haben wir im letzten Jahr auch mit Angeboten für Teams gemacht. Dieses Jahr bauen wir sie weiter aus, ob als selbstgestaltete Auszeit für eine Gruppe oder mit einem massgeschneiderten Rahmenprogramm aus Inputs und interaktiven Übungen, drinnen oder draussen, um Zusammenarbeit und Vertrauen im Team zu fördern. Mehr dazu hier.

Verstärkung im Hintergrund – und ein wachsender Spendenbedarf

Mit Sabrina haben wir im letzten Jahr eine wertvolle Verstärkung erhalten. Sie leitet die Gäste- und Kursadministration, unterstützt die Geschäftsleitung und ist die erste Person überhaupt in der Geschichte der Casa Immanuel, die wir gezielt fürs Fundraising angestellt haben. In dieser Funktion ist sie gemeinsam mit dem Team daran, Förderstiftungen anzusprechen und Strukturen aufzubauen, die uns langfristig finanziell stabiler machen.

Wir sind so überzeugt, dass es diesen Ort und diese Form der Begleitung braucht, einen Raum, in dem Menschen Hoffnung finden und in einem familiären Umfeld echte Veränderung erleben können. Gerade deshalb ist es nötig, unsere Arbeit auf eine solide finanzielle Basis zu stellen, denn unser Spendenbedarf steigt.

Für dieses Jahr beträgt er CHF 440’000.–. Diese Summe ist für unser kleines Werk eine grosse Herausforderung. Unsere treuen Spenderinnen und Spender, viele davon ehemalige Ratsuchende, bilden weiterhin das Fundament. Menschen, die selbst erlebt haben, wie wichtig es ist, dass die finanzielle Hürde tief bleibt und dass niemand aus Kostengründen auf unser Angebot verzichten muss.

Zwar gibt es auf dieses Jahr hin moderate Preisanpassungen, doch unsere Preise sind nach wie vor nicht kostendeckend und wir setzen bewusst auf Freiwilligkeit – jede und jeder darf nach Möglichkeit mittragen.

Ein mutiger Schritt: lebenskostendeckende Löhne

Ein Teil des wachsenden Spendenbedarfs hängt mit einem Thema zusammen, das uns seit Jahren beschäftigt: lebenskostendeckende Löhne.
Bisher lagen die Gehälter bei durchschnittlich CHF 3’600.– (Brutto × 12) – angesichts der steigenden Lebenshaltungskosten eine grosse Belastung für viele Mitarbeitende.

Nach reiflicher Überlegung und intensivem Ringen haben wir entschieden, die Löhne bis 2028 in drei Schritten auf ein weiterhin diakonisch tiefes, aber existenzsicherndes Niveau anzuheben. Dieser Schritt ist wichtig für Stabilität und Zukunftsfähigkeit, erhöht aber den Spendenbedarf zusätzlich. Da unser Angebot nicht mit einer Krankenkassenabdeckung kompatibel ist, müssen wir zusammen mit unseren Ratsuchenden diesen Weg vollständig selbst finanzieren.

Wir gehen ihn bewusst und mit grosser Dankbarkeit für alle, die unser Anliegen mittragen. Dabei ist es uns ein zentrales Anliegen, dass die Mitarbeit in der Casa Immanuel weiterhin eine echte Herzensangelegenheit bleibt und nicht zur reinen Erwerbstätigkeit wird. Das Privileg, an unserem Auftrag mitwirken zu dürfen, soll für alle Mitarbeitenden etwas Sinnstiftendes und Erfüllendes bleiben.

Dankbarkeit und Vertrauen – unser Rückhalt seit 23 Jahren

Vorletzte Woche durften wir die Dankesbriefe und Spendenbescheinigungen des vergangenen Jahres verschicken. Es hat uns einmal mehr tief berührt zu sehen, wie viele Menschen unsere Arbeit unterstützen. Ein riesengrosses Merci an euch alle!
Ob Zeit- oder Geldspende – ihr seid unser Rückenwind.

Dank euch konnten wir fast 74% des Spendenbedarfs decken. Einige Investitionen, wie die Erneuerung unserer technisch veralteten Homepage, mussten wir auf dieses Jahr verschieben, und Rückzahlungen von Darlehen wurden gestreckt. Gleichzeitig erleben wir seit 23 Jahren, dass Gott zwar nicht auf Vorrat, aber doch nie zu spät versorgt. Dieses Vertrauen trägt uns und schenkt Mut für die kommenden Monate.

Weitere junge Gesichter in der Casa Immanuel

Auch im Betrieb zeigt sich der frische Wind. Im vergangenen Jahr hat Rebekka die Verantwortung in der Hauswirtschaft & Gästebetreuung von Frauke übernommen und wird den Bereich ab dem neuen Jahr gemeinsam mit Karin führen. Von Herzen danken wir Frauke, die während vieler Jahre mit ihrer grossen Sorgfalt, ihrer Herzlichkeit und ihrem feinen Gespür die Hauswirtschaft & Gästebetreuung geprägt hat. Ihre Art hat das Haus nachhaltig bereichert. Wir freuen uns mit ihr, dass sie nun eine Aufgabe gefunden hat, die ihr schon lange ein Herzensanliegen war.

Zum Jahresstart durften wir Raymonda im Küchenteam begrüssen. Mit ihrer ruhigen und gelassenen Art ist sie eine Bereicherung.
Ebenfalls neu dabei ist Stefan, der ein Resilienzjahr bei uns absolviert und unser Team mit viel Energie und seiner Erfahrung stärkt.

Danke euch allen für das, was ihr einbringt und wie ihr die Casa bereichert!

Kursprogramm 2026

Auch 2026 bieten wir wieder ein vielfältiges Kursprogramm mit einigen Neuerungen an.

Für ehemalige Teilnehmende eines 4- oder 8-wöchigen Resilienztrainings gibt es im Sommer den Vertiefungskurs „Zurück zu dir – raus aus dem Hamsterrad“. Er hilft, dranzubleiben, alte Muster zu erkennen und neue Freiheit im Alltag zu leben.

Hervorheben möchten wir den Männerkurs „Mannomann. Eine Woche für dich“. Eine Woche lang – Männer, Natur, Gespräche, die unter die Haut gehen. Ein echtes Abenteuer, denn niemand weiss, was sich zeigt, wenn Mann sich wirklich Zeit nimmt. Bist du bereit, dich neu zu entdecken?

Neu bieten wir mehrmals im Jahr kompakte Kurzkurse zu unseren Basisthemen an – jeweils von Freitagmorgen bis Sonntagmittag. Damit möchten wir Ratsuchende genau dort unterstützen, wo sie aktuell stehen, und ihre individuellen Prozesse gezielt begleiten.

Mit Freude ins neue Jahr

Vor uns liegt ein spannendes und abwechslungsreiches Jahr. Veränderungen fordern heraus, wecken aber auch Lust auf Abenteuer. Es ist ein grosses Privileg, Teil dieser Arbeit und dieser Vision zu sein.

Wir träumen davon, dass Menschen ganzheitlich gesund werden, mit Gott und sich selbst versöhnt leben, ihre von Gott gegebene Identität entdecken und Beziehungen liebevoll gestalten.

Wir freuen uns sehr, auch dieses Jahr mit euch unterwegs zu sein!

Für das Team der Casa Immanuel
Michael