
Nicht einfach ein Aufbruch
Wenn ich heute auf das 8‑wöchige Resilienztraining im Frühling zurückblicke, kommt mir genau dieser eine Satz in den Sinn. Es fühlt sich an, als würde er leise in Worte fassen, was in diesen Wochen gewachsen ist.
„Und plötzlich weisst du: Es ist Zeit, etwas Neues zu beginnen und dem Zauber des Anfangs zu vertrauen.“
Meister Eckhart
Am Anfang stand nämlich nicht einfach ein Aufbruch. Da waren viele offene Fragen, spürbare Zurückhaltung, Unsicherheit, müde Augen, leere Energietanks, innere Kämpfe, die schon lange da waren. Und doch war da dieses leise Hoffen, manchmal kaum greifbar. Vielleicht nur ein vorsichtiges „Ich probiere es nochmals“.
Genau dafür wünsche ich mir, dass unsere Resilienztrainings ein solcher Raum sind: ein Ort, an dem Ehrlichkeit möglich wird. Mit dem, was trägt und mit dem, was schwer geworden ist. Mit Stress, Überforderung oder auch Gefühlen von Ohnmacht.
Ein Raum, in dem Fragen Platz haben, die im Alltag oft untergehen. Fragen wie: Wer bin ich eigentlich? Warum reagiere ich so, wie ich reagiere? Was hat mich geprägt? Und wo ist Gott in all dem? Es geht darum, sich selbst besser zu verstehen. Und Schritt für Schritt zu lernen, mitten im Alltag anders mit dem umzugehen, was herausfordert. Nicht perfekt aber ehrlich und in Richtung Leben.
Wenn ich an diese Wochen zurückdenke, entstehen viele Bilder in mir. Ich sehe Menschen, die geblieben sind. Die drangeblieben sind. Die sich eingelassen haben auf sich selbst, auf den Prozess, aufeinander.
Ich erinnere mich an Momente, die mein Herz besonders berührten. Wenn es im Raum still wurde und jemand begann vorsichtig zu erzählen, verletzlich, ehrlich. Und die anderen hörten einfach zu. Ohne zu bewerten. Mit Respekt. Mit Offenheit. Das sind die Augenblicke, in denen etwas aufbricht und gleichzeitig etwas leise heil werden darf.
Ich habe viele solche Momente erlebt: ehrliche Gespräche, Ringen, Suchen, Ausprobieren. Kleine Schritte, immer wieder neu beginnen. Auch dann, wenn sich noch vieles unsicher angefühlt hat. Und mittendrin dieses gemeinsame Lachen, das plötzlich Leichtigkeit bringt.
Ganz besonders berührt haben mich die Zeiten mit Gott. Gerade rund um Ostern sind sie tief und persönlich geworden. Es gab Momente, in denen etwas heil werden durfte, in denen Vertrauen gewachsen ist. Momente, die sich kaum in Worte fassen lassen und doch bleiben.
Ich staune immer wieder, wie Jesus Herzen berührt, Dinge sichtbar macht und sanft erneuert.
Wenn ich heute sehe, was sich verändert hat, erfüllt mich das mit grosser Dankbarkeit. Wie Mut gewachsen ist und wie Dinge ausgesprochen wurden, die lange keinen Raum hatten. Wie Menschen begonnen haben, gesunde Grenzen zu setzen und wie sich ihre inneren Energiereserven langsam wieder gefüllt haben.
Auch das Verständnis hat sich verändert, für sich selbst und für das eigene Erleben. Zusammenhänge sind klarer geworden, ein Stück Identität wurde sichtbar.
Und für einige ist Jesus ganz neu zu einem Begleiter im Alltag geworden.
Was mich besonders bewegt: wie sich Menschen verändert haben. Wie aus leisen, zurückhaltenden Persönlichkeiten lebendige Stimmen wurden. Wie Masken ein Stück weit fallen durften und wie nach und nach ein neues Strahlen in die Gesichter zurückgekehrt ist.
Ich fühle mich beschenkt durch diese Wochen, durch das Vertrauen, die Offenheit und die Einblicke in so persönliche Lebensgeschichten.
Vielleicht spürst du beim Lesen, dass dich etwas davon berührt. Vielleicht trägst du selbst Fragen in dir. Oder du merkst, dass es Zeit ist, einmal innezuhalten.
Dann möchte ich dich ganz persönlich einladen zum nächsten 8‑wöchigen-Resilienztraining im Sommer vom 6. Juli bis 28. August 2026.
Ein Raum, in dem du dir selbst begegnen kannst. Ehrlich. Schritt für Schritt. Nicht allein.
Du bist willkommen. Genau so, wie du bist.
Katrin Horn
Leitung Kurse