Stiftung Casa Immanuel - erfüllt Beziehung leben.

Vom Bettler zum Botschafter

Jeden Mittwochmorgen treffen wir uns als Team, um gemeinsam über die Vision der Casa Immanuel nachzudenken und uns auszutauschen. Dabei stellen wir uns den täglichen Herausforderungen, teilen Fragen, die uns beschäftigen, und spüren den Puls zu Themen, die uns bewegen.

Als Werk, das auf Spenden angewiesen ist, spüren wir zurzeit den erhöhten Puls besonders stark beim Thema Finanzen. Nicht selten fühlt man sich dabei wie ein Bettler. Am letzten Mittwoch haben wir uns bewusst gefragt: Was macht dieser finanzielle Druck im Speziellen wirklich mit mir – persönlich und als Team? Und: Wie gehen wir damit um?

Raum für Ehrlichkeit und Vertrauen

Es entstand ein sehr ehrlicher Austausch. Wir waren alle berührt von den Gedanken, die jeder eingebracht hat, und von den Gefühlen, die dabei eine Rolle spielen. Es war ein besonderer Moment, gemeinsam die Realität zuzulassen, dass auch dieses Jahr die Lage sehr angespannt ist (es fehlen 250'000.- Spenden bis Ende Jahr) und jeder seine Sorgen, Ängste zu diesem Thema äussern konnte. Uns wurde wieder bewusst, dass wir all das, ganz bewusst in Gottes Hände zurücklegen und loslassen dürfen. Gerade im Ringen um dieses Vertrauen wurde etwas Kostbares frei, wir wurden gestärkt und sind als Team näher zusammengerückt.

Erst wenn unsere eigenen Möglichkeiten erschöpft sind, öffnet sich der Raum für echtes Vertrauen.

Aber Kontrolle loszulassen ist kein leichter Schritt, es bleibt ein Wagnis, doch gerade darin liegt eine tiefe Freiheit. Denn dieses Werk tragen wir nicht allein. Ganz im Gegenteil. Solange Gott uns grünes Licht für diesen Auftrag gibt, solange er sich freut über das, was hier geschieht, glauben wir fest: Er wird uns auch versorgen. So können wir uns auf das konzentrieren, was uns begeistert – auf unsere Botschaft.

Fokus auf die Botschaft

Im darauffolgenden Mittwochmorgen haben wir uns deshalb bewusst auf unsere Botschaften fokussiert. Was ist es, was mich selber begeistert? Welche Anliegen trage ich in mir? Wiederum hat sich jeder persönlich eingebracht. Wieder waren wir tief berührt von dem ehrlichen Austausch, vom Hören und Spüren, was jeder Einzelne von uns auf dem Herzen trägt.

All diese Anliegen sind eng mit der Vision der Casa Immanuel verbunden und bringen Leben hervor. Gibt es etwas Schöneres, als wenn sichtbar wird, wie Leben aus einem Menschen hervorgeht? Diese Austauschrunden haben unsere Wahrnehmung neu ins richtige Licht gerückt: Wir sind keine Bettler, die aus Abhängigkeit um Hilfe bitten, sondern Botschafter – voller Begeisterung für das, was wir selbst erfahren haben, und für das, was Gott durch dieses Werk wirkt. Wir erzählen davon, wie Menschen aufatmen, Hoffnung schöpfen, sich versöhnen – mit sich, mit anderen und mit Gott – und mutige Schritte in ein neues Leben wagen.

Getragen in Gemeinschaft

Darin fühlen wir uns getragen von Gottes Treue und von Menschen, die unser Anliegen mit ihrem Herzen teilen. Es berührt uns tief, diesen Weg nicht allein gehen zu müssen, sondern in Gemeinschaft mit vielen, die mittragen: im Gebet, durch Ermutigung oder durch Spenden.

Wir sind dankbar für alles, was bisher möglich wurde, und wir vertrauen darauf, dass auch die kommenden Schritte getragen sind.

Für das Team der Casa Immanuel
Michael Schmälzle