Stiftung Casa Immanuel - erfüllt Beziehung leben.

Von Warnsignalen und persönlichem Wachstum

Es ist schon eine ganze Weile her, seit unser letzter Resilienzkurs stattgefunden hat. Trotzdem wandern meine Gedanken immer wieder dorthin zurück. Manche Situationen kommen mir in den Sinn und zaubern mir ein Lächeln ins Gesicht. Humor war – neben den tiefen, ehrlichen Gesprächen – ein zentrales Element des Kurses. Er zog sich wie ein roter Faden durch die gesamten acht Wochen und machte diese Zeit zu etwas ganz Besonderem.

Was mich am meisten begeistert und berührt hat, ist, dass wir als Team einen Raum schaffen konnten, in dem Menschen sich persönlich weiterentwickeln und spürbare Veränderungen erleben durften.

In der letzten Kurswoche kamen wir Mitarbeiter und die Kursteilnehmer zu einem gemeinsamen Abschieds-Apéro zusammen und blickten auf die vergangenen Wochen zurück. Die vielen strahlenden Augen und die vertraute Atmosphäre im Raum sprachen für sich – sie waren Ausdruck tiefer Veränderung. Jeder einzelne Teilnehmer teilte mit uns persönliche Herzensmomente aus dieser Zeit. Auch diesmal waren wir beeindruckt und berührt von den Geschichten, die wir hörten.

„Meine Motorenwarnlampe leuchtete dunkelgelb, als ich vor acht Wochen in den Kurs kam“.

Eine Erzählung blieb mir besonders gut in Erinnerung, genauer gesagt ist es ein Bild, das Rico uns vor Augen führte. Er verglich seine Erfahrungen mit einer Motorenwarnleuchte im Auto: Sie leuchtet selten, aber wenn, dann meist im ungünstigsten Moment. Gelb bedeutet: Achtung, ein Werkstattbesuch ist nötig. Rot heißt: Das Auto ist nicht mehr fahrbereit und muss abgeschleppt werden. „Meine Motorenwarnlampe leuchtete dunkelgelb, als ich vor acht Wochen in den Kurs kam“, erzählte Rico. „Ich bin so froh, dass ich hier einen Ort gefunden habe, an dem ich meinen Lebens-Motor genauer unter die Lupe nehmen konnte.“ Auch wenn noch nicht alles geklärt ist, hat Rico wieder Fahrt aufgenommen und neuen Lebensmut geschöpft.

Wie oft übersehen oder ignorieren wir selbst solche Warnzeichen und machen einfach weiter? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich diese gelben Lämpchen auch immer wieder mal übersehe – oder übersehen will – und dabei über meine eigenen Grenzen gehe. Umso wertvoller ist es, zu lernen, diese Signale wahrzunehmen und meine Grenzen zu akzeptieren. Nur so kann ich wieder „Vollgas“ geben und meine Lebensenergie gezielt einsetzen.

Hebets guet, Nino Liesch