Stiftung Casa Immanuel – Perspektive durch Lebensberatung.

Gott ist ein Zelter

Echte Beziehungen leben ist ein Zeichen von Stärke. In der heutigen Zeit fällt uns das immer schwerer. Dennoch sind wir überzeugt, dass Gott uns immer wieder in sein Beziehungszelt einlädt, welches aus Liebe, Annahme und Zugehörigkeit gebaut ist. Auf diesen drei Grundpfeilern basiert das Welt- und Menschenbild der Stiftung Casa Immanuel. Dieses wiederspiegelt sich in der Grundhaltung unserer Mitarbeitenden, unseren thematischen Angeboten und nicht zuletzt in der Ausgestaltung unserer Räume.

Die ewige Wohngemeinschaft

Die Grundlage des Menschen- und Weltbildes der Stiftung Casa Immanuel ist der dreieinige Schöpfer-Gott: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Sie leben in permanenter Beziehung zueinander, quasi als ewige Wohngemeinschaft. Sie sind immer zu dritt. Ihr Wohnort ist das Paradies. Der Ort, wo Liebe, Annahme und Zugehörigkeit keine Bedingung ist oder hat, sondern als Zustand vorbehaltlos und ewig gegeben ist. Gott lebt nicht nur Liebe und Beziehung mit sich, er ist die Quelle, der Ursprung von beidem. Er ist Liebe in Beziehung!

JA, ich will!

Der Kern vollkommener Liebe ist die bedingungslose Annahme eines Gegenübers. Das wird uns in der Bibel in vielfältiger Weise berichtet: Unmittelbar nach Jesu Taufe spricht sein Vater ein entscheidendes Beziehungswort zu ihm. Jesus wiederum betet zu seinem Vater und bestätigt immer wieder, dass er und der Vater eins und als Team unzertrennlich sind. Jesus freut sich über die Verheissung, dass es gut ist, dass er diese Welt wieder verlassen wird, weil das Platz schafft für das globale und umfassende Wirken des Heiligen Geistes. Alle drei stehen stets vorbehaltlos zueinander, bestätigen einander und wirken füreinander.
Der dreieinige Gott ist in seinem Sein vollkommen. Das heisst, er hat keine ungestillten Bedürfnisse, keinen Mangel, den er noch irgendwie stillen müsste. Es geht ihm gut. Ihm fehlt nichts. Somit kann der Grund für die Tatsache, dass er die Welt und alles darum herum mit uns Menschen als Krone seines Wirkens erschaffen hat, nur darin liegen, dass er es so gewollt hat, und nicht, weil er noch etwas gebraucht, weil ihm noch etwas gefehlt hätte. Für jeden von uns heisst das: Gott braucht uns nicht, er will uns!
Gottes Wesen ist Liebe in Beziehung. Deshalb ist sein ganzes Handeln immer davon geprägt und motiviert, Raum zu schaffen, damit liebende Beziehungen entstehen und in freiwilliger Annahme eines Gegenübers gelebt werden. Somit hat Gott uns Menschen aus Beziehung zu sich selber und zur Beziehung mit ihm und zu unserem Nächsten geschaffen. Nur darum ging und geht es ihm: Beziehung schaffen, erhalten und leben! Deshalb nimmt Jesus selber dieses Thema wieder auf, als er auf die Frage der Schriftgelehrten, was denn nun das wichtigste Gebot überhaupt sei, sinngemäss antwortet: Liebe Gott, liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Wahre Liebe ist immer in Beziehung auf einer oder mehrerer dieser drei Beziehungsebenen.

Ja, aber ...

Unsere grundsätzliche Beziehungsfähigkeit ist zerstört worden als Konsequenz unserer Entscheidung, uns aus der Beziehung zu unserem Schöpfer herauszulösen.
Damit hat sich gleichzeitig der paradiesische Urzustand vollkommener Liebe, Annahme und Zugehörigkeit in einen irdischen Mangelzustand verwandelt: Mangel an bedingungsloser Liebe, vorbehaltloser Annahme und voraussetzungsloser Zugehörigkeit. Jeder Mensch ist somit in seinem Denken, Fühlen und Handeln mangelbehaftet und deshalb permanent auf der Suche nach Kompensation für sein subjektives Mangelempfinden. Dieses äussert sich in ungesunden Abhängigkeiten zu anderen Menschen, Tieren, Gegenständen und Aufgaben. In der Hoffnung, dass diese uns ein bisschen (vermeintliche) Liebe, Annahme und Zugehörigkeit entgegenbringen. Der Effekt hält oft nur kurz und wir sind gezwungen, unseren Mangel immer schneller zu stillen. Wir geraten in eine ungesunde, abhängige Beziehungsform, die wir als Symbiose bezeichnen.

Eindrückliche Einladung ins Beziehungszelt

Um diesem destruktiven System zu entkommen, bietet uns Gott erneut an, zurück in sein «Beziehungszelt» zu kommen. Denn durch die Erlösungstat von Jesus am Kreuz von Golgatha hat er das «Beziehungszelt Gott – Ich – Du» wieder aufgerichtet und sein Beziehungsangebot an uns Menschen eindrücklich bestätigt. Über den Weg der Versöhnung lädt uns Gott ein, unsere Beziehungsfähigkeit gewaltlos wieder herzustellen und in sein «Beziehungszelt» zu kommen, um darin wahren Frieden für unsere Seele und Erfüllung für unser Leben zu finden. Dietmar Pfennighaus (Endlich versöhnt – mit Gott, dem Nächsten und mir selbst, S. 141) fasst dies wie folgt zusammen: «Wo immer wir etwas vom Zelt der Versöhnung in unserem Leben aufrichten, sind wir ein Stück mehr freigesetzt, zu lieben – Gott, den Nächsten und uns selbst. Niemals wollten wir wirklich mehr.»