Stiftung Casa Immanuel – Perspektive durch Lebensberatung.

5-M-Kreislauf – der Schlüssel für viele Muster und Blockaden

Der 5-M-Kreislauf ist ein einfaches Modell, das aufzeigt, weshalb Menschen in ihren destruktiven Verhaltensmustern gefangen sind. Die 5 M stehen für Minderwert, Missbrauch, Mangel, Macht und Manipulation. Durch den 5-M-Kreislauf erkennen die Ratsuchenden die Auswirkungen ihrer negativen Mechanismen und Strategien und können sich dadurch entscheiden, aus ihrer Negativspirale auszusteigen.

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Prozessorientierter Kreislauf

Das 5-M-Modell ist ein prozessorientierter Kreislauf, der die wesentlichen Ursachen und Zusammenhänge aufzeigt, um individuelle Reaktionsmuster in unklaren oder diffusen Situationen nachzuvollziehen. Das Modell des 5-M-Kreislaufes setzt an folgendem biblischen Grundsatz an: „Ein guter Baum trägt keine schlechten Früchte und ein kranker Baum keine guten Früchte. So erkennt man jeden Baum an seinen Früchten.“ Die Annahme, dass jeder Mensch eigenverantwortlich handeln kann, führt dazu, dass er für seine Gesundung selbst verantwortlich ist.

Ziel des 5-M-Kreislaufes

Ziel des 5-M-Kreislaufes ist das Überprüfen und Aufdecken der wahren Motivation eines bestimmten destruktiven Verhaltensmusters. Dieses Überprüfen soll verhindern, dass sich der Kreislauf stetig wiederholt und schlussendlich alle Beteiligten als Verlierer enden. Hinter dem 5-M-Modell steht die Überzeugung, dass Schwierigkeiten grundsätzlich als Chancen für Veränderung gesehen werden. Er deckt die Motive des eigenen Handelns auf und bringt dadurch eine Klärung ihrer negativen Konsequenzen. Mit dieser Erkenntnis wird es möglich, aus dem Negativkreislauf auszusteigen und die Beziehung in Augenhöhe zu erschliessen. Dies fördert die Sozialkompetenz der handelnden Person.

Die Dynamik des 5-M-Kreislaufs

Missbrauch

Missbrauch liegt immer dann vor, wenn jemandem seine Entscheidungsfreiheit genommen wird. Die Entscheidungsfreiheit ist durch Zwang, Macht, Abhängigkeit und Auslieferung eingeschränkt oder ganz aufgehoben. Dahinter verbirgt sich in aller Regel ein destruktives Menschenbild, weil für den Missbrauchenden die Würde (= Freiwilligkeit) des Gegenübers übergangen wird. Es muss einzig dazu dienen, die eigenen Ziele und Vorstellungen durchzusetzen.

Mangel

Es gehört zu den wichtigsten Grundbedürfnissen eines jeden Menschen, um seiner selbst willen angenommen und wertgeschätzt zu sein, und nicht nur weil er einen Zweck erfüllt, der an eine (praktische oder emotionale) Leistung gebunden ist. Eine ehrliche und bedingungslose Wertschätzung ist eine wesentliche Voraussetzung, um sich entwickeln zu können. Wenn eine solche Grundannahme nicht gegeben war „im Dort und Damals“, hinterlässt das einen emotionalen Mangel, das Gefühl eines inneren Vakuums, das immer auf irgendeine Weise kompensiert werden muss.

Minderwert

Dieser Mangel bewirkt eine grundlegende innere Haltung von Minderwert. Das bedeutet, der eigenen Einschätzung nach einen geringeren (Selbst-)Wert zu haben als andere. Minderwertigkeit führt zu ständigem Vergleichen und Werten gemäss einer inneren Messlatte, wo man sich selbst entweder unter oder über andere stellt. Eine wertschätzende Beziehung in Augenhöhe ist nicht möglich. Der Minderwert zementiert sich in inneren Glaubenssätzen - Festlegungen wie z.B. “Ich darf keine Fehler machen“, „Ich bin unsichtbar“, „Ich werde es nie zu etwas bringen“, „Meine Meinung zählt nichts“ usw.

Manipulation

Dieses „Mangel-Fass ohne Boden“ mit den darin enthaltenen Minderwertigkeitsgefühlen ist höchst unangenehm, weshalb wir (oft unbewusst) nach Kompensationen und Strategien suchen, um uns wieder besser zu fühlen. Manipulation bedeutet, dass eine Person sein Gegenüber im Unklaren über ihre wahren Absichten und Ziele lässt. Mithilfe von Strategien, die Schuldgefühle auslösen (z.B. mit Mimiken oder Blicken, Jammern, Nörgeln, Schweigen oder Rückzug), bringt sie ihr Gegenüber dazu, sich im Sinne ihrer versteckten Absichten zu entscheiden. Also ist Manipulation die Beeinflussung von Entscheidungen, ohne dass der Entscheidende sich dessen bewusst ist.

Macht

Wenn es uns gelingt, dass andere tun, was wir wollen, gibt uns das ein Gefühl von Macht über sie, wodurch wir uns ein wenig aufwerten können. Natürlich kann Macht auch gewaltsam ausgeübt werden, indem wir uns gegen alle Widerstände durchsetzen und keine Rücksicht auf andere Meinungen und Positionen nehmen, um unsere egoistischen Ziele zu erreichen.
Macht ist im Ursprung ein neutraler Begriff. Jeder Mensch besitzt ein begrenztes Stück davon. Entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Es geht um die Motivation und die Absichten dahinter.

Machtausübung im vorher beschrieben Sinne ist immer gleichzeitig auch ein emotionaler Missbrauch, wodurch sich der Kreis wieder schliesst. Eine Person, die missbraucht worden ist, übt leider auch selbst diesen Missbrauch wieder an anderen aus.

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